Geschichte der Stadt Perg

Urgeschichte und Altertum

Ab dem 5. Jh. v. Chr.

SteinbeilDie ältesten Bodenfunde im Gemeindegebiet von Perg dokumentieren die Anwesenheit bzw. die Ansiedlung von
Menschen in der Jungsteinzeit: Steinbeile und deren Bruchstücke, gefunden in den Ortschaften Auhof, Dörfl,
Lanzenberg, Lehenbrunn, Pergkirchen, Tobra und Weinzierl.

Um 300 v.Chr.

Die keltischen Bojer (ein Volksstamm der Kelten) machen sich, von Norden her kommend, hier ansässig. Um die Zeitwende werden sie von Markomannen verdrängt.

14 v.Chr.

Die Römer haben das Gebiet des heutigen Österreichs bis an die Donau, die Nordgrenze des römischen Weltreiches, in der Hand. Schließlich besetzen die Römer noch einen 7,5 km breiten Streifen am linken Donauufer als Pufferzone zu den “Barbaren”.
Einzige Funde im Gemeindegebiet aus der Römerzeit: Drei Münzen (gefunden 1992 beim Straßenbau in der Ortschaft Pasching).

2. Jh.

Die Markomannen dringen über die Donau in das römische Gebiet südlich der Donau vor.
Rom muss die Lager und Castelle im Alpenraum nach und nach aufgeben.

Mittelalter

6.-8. Jh.

Nach der Zeit der Völkerwanderung wird unsere nähere Heimat von Baiern und Slawen besiedelt.Mittelalter
Bis heute verwendete Namen geben davon Zeugnis – Bairisch (ing-Namen): Zeitling, Pasching, Karlingberg, Aisthofen,….
Slawisch: Tobra, Preschnitzer, Steyrer…..
Ausgrabungen Auhof (1965-1968):
Die Grabbeigaben aus dem slawischen Gräberfeld geben einen ersten Hinweis auf die Christianisierung der Bevölkerung
– eine Kreuzfibel aus Bronze und Broschen mit Heiligendarstellungen.

853

Am 18. Jänner schenkt der Grenzgraf Wilhelm dem Kloster St. Emmeram in Regensburg seine Gebiete zwischen den Flüssen Aist und Naarn. Dieses Gebiet wird nun jahrhundertelang “Die Regensburger Luß” genannt.

um 900

In der Ebene zwischen Perg – Naarn – Mauthausen werden die vordringenden Magyaren in einer Reiterschlacht besiegt.

907

Das Machland kommt vorübergehend unter die Oberhoheit der Ungarn.RATGÖBLUCKN
Schon in dieser Zeit könnte der Erdstall “RATGÖBLUCKN” im Stephaniehain angelegt worden sein.
Er diente in Hinkunft den Perger Bürgern als Fluchtstollen in den Wirrnissen des Mittelalters.

10. Jh.

Nach dem Sieg über die Ungarn im Jahre 955 wird die Marcha orientalis (“Ostarrichi”), zu der auch das Machland gehört, mit bairischen und fränkischen Bauern besiedelt. Wahrscheinlich besteht damals auch Perg schon als befestigtes Do

11. Jh.

Das erste Auftreten der “Herren von Perge”.
Der Ahnherr der Perger mit Vornamen “Pero” hat seine Burg neben seiner Eigenkirche “Perokirchen”, die mit dem heutigen Pfarrhof von Pergkirchen ident ist.
Bischof Altmann von Passau weiht 1088 die Kirche dem hl. Martin.

12. Jh.

Markgraf Leopold III. (der Heilige) hat Adelheid von Perg zur Gemahlin – dies zeigt, dass das Geschlecht der Herren von
Perg zu den mächtigen im Land gehört.04 Die “Herren und Vögte von Perge” verlegen ihre Burg nach Mitterberg
(Ruine schon ab dem 15. Jh.), von wo aus sie auch die Gerichtsbarkeit ausüben. Der letzte von ihnen, Friedrich, stirbt 1191
auf dem dritten Kreuzzug unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa. In der Zeit um 1100 siedeln im Bannkreise der “Perge”
viele Kleinadelige und Ministeriale. So sind Familien wie die Mitterberger, Zeitlinger, Lanzenberger und viele andere genannt.
Am 17. August 1186 bei der Übergabeverhandlung der Steiermark an den Herzog Leopold VI. am Georgenberg bei Enns
Fridericus de Perge Zeuge.
Dieser hat 1180 im Jähzorn den herzoglichen Richter Sintram erschlagen, fällt deshalb in
Ungnade und schließt sich dem Kreuzfahrerheer an, das unter Führung Kaiser Friedrich Barbarossas im Mai 1189
die Donau abwärts zieht.

Friedrich stirbt am 15. Juni 1191 in Palästina vor der Seefeste Akkon und wird dort im Sankt Georgs-Kloster beigesetzt.

1269

1269König Ottokar von Böhmen, damals auch Herzog von Österreich, verleiht den Bürgern von Perg am 27. Juli zu Piezkam die
gleichen Handelsvorrechte zu Wasser und zu Land, wie sie die Bürger von Enns, Linz und anderen Städten bereits genießen.
Dies bedeutet die Verleihung des Marktrechtes.

1335

Am 29. April bestätigen die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich zu Linz den Bürgern von Perg die ihnen von König Ottokar verliehenen Handelsvorrechte.

1358

Herzog Rudolf IV. von Österreich erneuert am 17. September zu Wien den Bürgern von Perg die alten Handelsvorrechte.

1391

Erste Erwähnung der “Perger Stainprecher” in einem Ratsprotokoll von Freistadt. Der Markt Perg verdankt vor allem dem Abbau von 1391
Mühlsteinen seine Entstehung und seine Blüte.

In ganz Mitteleuropa gelangen die “Perger Mühlsteine” zur Verbreitung.
Die Zunft der Mühlsteinbrechermeister umfasst 30 bis 40 Bürger von Perg samt ihren Gehilfen und besteht bis 1860.

1416

1416Baubeginn der Jakobskapelle.
Sie bildet später das Presbyterium für die Pfarrkirche (Hl. Jakob der Ältere: Schutzpatron von Perg).

1463

Einfall der Böhmen in das Machland.

1470

Kaiser Friedrich III. bestätigt am 17. November zu Graz dem Markt Perg alle Rechte und Freiheiten.

1494

Kaiser Maximilian bestätigt dem Markt Perg alle Rechte und Freiheiten.

1500

Bernhard Zeller von Schwertberg plündert das Machland.

Neuzeit

1501

Baubeginn der Hauderer-Bezirksstraße. Fertigstellung 1519.

1518

Der alte Friedhof um die Pfarrkirche wird aufgelassen und in die heutige Linzer Straße verlegt.

1524

Julius Graf von Hardegg verkauft dem Markt Perg den Jahrmarkt zu Naarn, sowie die Bruckmühle und Badstube zu Perg.

1542

Perg wird eine selbstständige Pfarre aus der Mutterpfarre Naarn, als Hieronymus Vereallus, Bischof und päpstlicher Legat,1542
am 15. Oktober zu Wien der Filialkirche Perg pfarrherrliche Rechte erteilt.

1554

Gründung des Bürgerspitals aus diversen Stiftungen.

1579

Melchior Bacer (Wackher) aus Rothenburg ob der Tauber wirkt als erster namentlich bekannter Lehrer in Perg.

1582

Kaiser Rudolf II. bestätigt am 30. November zu Wien die Handwerksordnung der Mühlsteinbrecher zu Perg.

1583

Kaiser Rudolf II. erlaubt dem Markt Perg, an jedem Mittwoch einen Wochenmarkt abzuhalten.

1610

Oberösterreichischer Bauernkrieg: Oberst Hager aus Freistadt schlägt in Perg sein Quartier auf.

1681

Stiftung des Pestkreuzes.1681

1734

Beginn des Baues der Kalvarienbergkapelle durch die Bürgerschaft von Perg. Sie wurde jedoch erst 1754 vollendet und am 23. Juni 1765 eingeweiht.

1745

“Kaiserin” Maria Theresia bestätigt am 2. Dezember zu Wien die Handwerksordnung der Perger Mühlsteinbrecher.1745

1755

Maria Theresia genehmigt die erste Scheiterschwemme auf der Naarn.

1780

Letzte Hinrichtung auf dem Galgenberg in Weinzierl.

1784

Kaiser Josef II. verfügt die Errichtung von Steuer- und Katastralgemeinden. So werden die Gemeinden Perg, Pergkirchen und Weinzierl geschaffen.
Jede dieser Katastralgemeinden, die bis zum heutigen Tage bestehen, erhält ein eigenes Grundbuch

19. Jahrhundert

1807

Kaiser Franz I. bestätigt zu Wien dem Markt Perg das Recht, einen wöchentlichen Getreidemarkt und sechs Jahrmärkte abzuhalten.

1809

600 Soldaten der napoleonischen Armee sind in Perg einquartiert, für deren Verköstigung müssen die Perger Bürger aufkommen.

1830

Eröffnung des ersten Schulhauses mit einer Klasse in der Rathausgasse 13.

1850

1850Mit 1. Jänner geht die politische Verwaltung an die neu errichteten Bezirkshauptmannschaften über.
Diese wird aber erst 1868 von Grein nach Perg verlegt.

1856

Bezirksgericht in der Herrenstraße.

1865

Die Sparkasse der Marktkommune Perg wird am 18. August eröffnet.

1869

In Perg wird ein Gendarmerieposten eingerichtet.

1875

Das Rathaus fällt einem Brand zum Opfer und wird abgerissen. Neubau im klassizistischen Stil.

1879

Vom Verschönerungsverein wird die “Badeanstalt” an der Naarn errichtet.

1891

Die “Kinderbewahranstalt” wird am 1. Mai eröffnet.

1892

Bau der Friedhofstraße (200 Gulden), Einweihung des neuen Friedhofs bei der Kalvarienbergkapelle.

1893

Die neue Volksschule in der Linzer Straße (sechs Klassen und ein Turnsaal) wird eröffnet.1893

1898

Eröffnung der Machlandbahn und Bau der Bahnhofstraße.

Katastrophale Ereignisse

1127

In den Annalen wird eine große Not verzeichnet, bei der Mensch und Tier verhungert sind.

1198

AM 4. Mai erschreckt ein großes Erdbeben die Bewohner.

1304

Der Chronist verzeichnet eine so große Dürre, dass man die Donau zu Pferd durchqueren könne.

1338

Heuschreckenschwärme vernichten die Ernte.

1349

Ein Drittel der Bewohner wird von der Pest dahingerafft.

1349

Ein mächtiges Erdbeben erschüttert das Land.

1404

Die Ernte fällt einer großen Überschwemmung zum Opfer.

1407

Im Winter herrscht eine derartige Kälte, dass Menschen und Tiere frieren.

1579

Ein Großbrand äschert den ganzen Ort ein.

1584

Die Pest wütet in Perg.

1686

Einem Großfeuer fallen 28 Häuser an der Naarn durch Brandstiftung zum Opfer.

1708

Am 16. Juli brennen die Kirche, der Pfarrhof und 120 Häuser ab.

1713

Im Juni sterben 60 Bewohner an Darmfieber.

1736

Furchtbares Hochwasser an Aist und Naarn – einige Personen werden in den Tod gerissen.

1778

Der Schnee reicht in diesem Winter bis zu den Dächern der Häuser.

1802

Eine Feuersbrunst äschert am 12. Oktober 43 Häuser ein.1802

1837

Am Sonntag vor Michaeli brennen 13 Häuser und 17 Scheunen ab.

1838

Am 28. Oktober gehen 12 Häuser in der Badgasse in Flammen auf.

1885

In Aisthofen brennen alle Häuser bis auf die Grundmauern ab.

1928

Ein Hochwasser überschwemmt den Markt.

1954

Durch ein Jahrhundert-Hochwasser ist auch Perg schwer betroffen.

1955

Großbrand in der Mannersäge am 18. März.

2002

Ein dramatische Hochwasser-Katastrophe schwemmt die Naarntalstraße weg.2002

20. Jahrhundert

1907

Bau der Naarntalstraße

1910

1910Bau des Elektrizitätswerks Kegelschmiede mit einer Leistung von 125 PS (100 kW) – heute 1100 kW.

1918

Im Ersten Weltkrieg hat die Pfarrgemeinde Perg 78 und die Pfarrgemeinde Pergkirchen 19 Tote und Vermisste zu beklagen.

1920

Die erste Klasse der Bürgerschule wird im Brauhaus Seyr eingerichtet.

1921

Zwei Klassen gewerbliche Fortbildungsschule werden eingerichtet.1921
Druck von Notgeld: weil zu wenig Kleingeld in Umlauf ist,
werden von den Gemeinden Gutscheine im Wert von 10, 20 und 50 Heller gedruckt.

1929

Eröffnung der neuen Hauptschule am 22. September1932

1932

24. August: Begräbnis des Bundeskanzlers Dr. Johannes Schober.

1933

Volkszählung: das Gemeindegebiet umfasst 7,62 km2, 2118 Einwohner und 309 Häuser.

1939

1939Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten werden mit 1. Jänner
die Dorfgemeinden Pergkirchen und Weinzierl der Gemeinde Perg angeschlossen.

1945

198 Perger Bürger müssen ihr Leben auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges lassen. Mit Ende des Krieges kommen für Perg einige Jahre der wirtschaftlichen Not, aber dann beginnt eine Zeit des großen wirtschaftlichen Aufbruchs.

1947

30. März: Abzug der russischen Besatzungstruppen aus Perg – Auflassung der Stadtkommandantur im Cafe Nusime.

1951

Volkszählung am 1. Juli: durch die Eingemeindungen umfasst das Gemeindegebiet nunmehr 26,5 km2, 3775 Einwohner und 596 Häuser.Bau der neuen Naarnbrücke zum Hafnerplatz an Stelle des Holzsteges.Durch die KAMIG-AG wird ein Kaolinvorkommen in Weinzierl vor allem im Tagbau erschlossen.

1953

Bau der Naarnbrücke beim Gasthaus Seyr.

1954

Die neue Volksschule in Pergkirchen mit zwei Klassen wird am 12. September eingeweiht.

1956

Übergabe des neuen Amtsgebäudes der Bezirkshauptmannschaft.

1957

Die Badeanlage an der Naarn wird neu errichtet (“Waldbad”).

1966

Neubau der Volksschule in der Mozartstraße.

1967

Start der ersten Höheren Schule in Perg:
Musisch-Pädagogisches Realgymnasium.

1969

21. April: Die Marktgemeinde Perg wird zur Stadt erhoben 1969
“in Würdigung ihrer geschichtlichen Vergangenheit und in Anerkennung
der besonderen wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung”.

1973

Eröffnung des Machland-Hallenbades.

1975

Eröffnung Neubau Bundeshandelsakademie.

1978

Das Kraftwerk Toitschmühle wird in Betrieb genommen. Leistung 500 kW.
Eröffnung der Hauptschule II.

1979

Eröffnung des Kindergartens II in der Haydnstraße.

1980

Eröffnung Neubau Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und der Landesmusikschule.1980

1983

Eröffnung der Bezirkssporthalle

1984

Das Bezirksseniorenheim nimmt seinen Betrieb auf.

1985

Das Kraftwerk Schartmühle wird in Betrieb genommen. Leistung: 100 kW.

1989

Städtepartnerschaft mit Schrobenhausen (Bayern).1989

1993

Eröffnung Neubau Stadtmuseum “Heimathaus”.

1994

Eröffnung Neubau Volksschule Pergkirchen

1996

Eröffnung des Machland-Stadions.

1997

Neubau des Erlebnis-Freibades “Machland-Badewelt”.

1999

Inbetriebnahme Blockheizkraftwerk (Erdgas Kraft-Wärme-Kopplung). Leistung: 5100 kW.1999

Nach der Jahrtausendwende

2001

Eröffnung der Umfahrung Perg.

2002

Neubau Kindergarten Pergkirchen2002Kindergarten

2003

Neubau der Polytechnischen Schule.Inbetriebnahme des Technologiezentrums.

2007

Neubau der HTL.2007
Errichtung eines Bio-Fernwärmenetzes.

2009

Sanierung der Machland-Badewelt.
Neuerrichtung des “Generationsparks” Waldbad.